Mondlandung in Neumünster

Auch in Neumünster, Schleswig-Holstein, gedenkt man der ersten bemannten Mondlandung vor 50 Jahren. Dazu begann im März 2018 das Rendsburger Berufsbildungszentrum am Nord-Ostsee-Kanal in Zusammenarbeit mit der Sternwarte Neumünster die Saturn V im Maßstab 1:60 nachzubauen. Die Besonderheit dabei  ̶  außer, dass es sich um das größte Modell der Mondrakete Norddeutschlands handelt (und damit um das zweitgrößte Deutschlands): Die Einzelteile der Rakete, mehrere tausend, wurden am Berufsbildungszentrum in einem 3D-Drucker hergestellt und dann unter Leitung von Ingenieuren zusammengebaut.

Das Ergebnis kann sich sehen lassen: Die Modell-Rakete hat einen Durchmesser von 17 cm (erste und zweite Stufe) und eine Gesamthöhe (also einschließlich Rettungssystem) von 1,85 Meter.

Die Präsentation hingegen ist nicht ganz so überzeugend:

  1. Das Modell steht in einer Glasvitrine, und die besteht aus dickem Plexiglas, das aus praktisch jeder Perspektive Spiegelungen produziert.
  2. Die Vitrine steht in der Holsten-Galerie, ein riesiges Einkaufszentrum in Neumünster. Kommt man durch den Haupteingang (Gänsemarkt) läuft man quasi darauf zu; es steht also durchaus prominent. Aber: links und rechts, oben und unten, schräg von vorne und schräg von hinten, von halb unten und von halb oben und so weiter und so fort ist es umgeben von Leuchtreklamen der diversen Shops. Das produziert weitere Spiegelungen. Man wird geradezu verfolgt von Spiegelungen aller Art!

Wohlgemerkt: Die Spiegelungen stören nicht nur beim Fotografieren, sondern bereits beim Betrachten des Objektes mit bloßem Auge. Immerhin lassen sie sich beim Fotografieren mit Blitzlicht, das man hier fast uneingeschränkt benutzen kann, mildern. Aber auch das hat angesichts des dicken Glases und der Rundum-Bespiegelung Grenzen.

Saturn V Modell
Saturn V hinter den Spiegeln

Die Hauptvitrine mit der Saturn V steht zwischen zwei weiteren Vitrinen mit diversen Exponaten, die in irgendeinem Zusammenhang mit Apollo stehen. Am häufigsten finden sich Bücher, davon mehrere von Wernher von Braun. Die Auswahl allerdings wirkt ein bisschen beliebig. Es gibt auch ein Lego-Modell des LM und ein weiteres Saturn-V-Modell, diesmal liegend und "nur" im Maßstab 1:96 (beides aus den 60ern).

Und zum Schluss: Auch hier gibt es Mondgestein. Und auch das hier hat nicht Apollo zurückgebracht, sondern wurde bei einem Einschlag auf dem Mond zur Erde geschleudert. Diesmal ist es NWA 11474, gefunden in der Sahara 2017; Gewicht des gezeigten Bruchstücks 4,7 Gramm. (Verpackt ist es, wie sollte es anders sein, in extrem spiegelndem Kunststoff.)

NWA 11474
Mondmeteorit NWA 11474