Apollo

Zieleinlauf

Am vierten Missionstag, 75 Stunden und 41 Minuten nach dem Start, am 19. Juli 1969 um 13.13 Houston-Zeit (das ist 19.13 Uhr MEZ) trat Apollo 11 in den Mond-Schatten ein, das heißt: verschwand von der Erde aus gesehen hinter dem Mond, sodass kein Funkkontakt mehr möglich war. Aus Sicherheitsgründen befand sich das Raumschiff - CM/LM-Kombination - noch immer auf einer freien Rückkehrflugbahn. Ohne aktiven Eingriff der Besatzung würde es um die Rückseite des Mondes geschleudert und sich anschließend wieder auf direktem Kurs zur Erde befinden. Aber man wollte ja auf dem Mond landen und dazu musste man zunächst einmal in einen stationären Orbit um den Mond. Aber um in den zu gelangen, war die Zündung des SM-Triebwerks nötig: Mit diesem Manöver, Lunar Orbit Injection (LOI) genannt, würde man die freie Rückkehrflugbahn verlassen und in einen Mondorbit einschwenken. Das LOI war der kritischste Teil einer Mondmission, da die Triebwerkszündung aus himmelsmechanischen Gründen nur auf der Rückseite des Mondes, also im erwähnten Funkschatten stattfinden konnte.

In Mission Control, der Flugleitzentrale in Houston, Texas, war der Kontakt zu Apollo 11 bei jenen 75h41m Missionszeit abgerissen; es herrschte Funkstille, die etwas mehr als 34 Minuten dauern würde. 8 Minuten nach Eintritt in den Funkschatten, sollte das Triebwerk, ginge alles nach Plan, zünden. Die Brenndauer war mit 6 Minuten berechnet; nach Brennschluss würde sich das Raumschiff in einem stationären Orbit um den Mond befinden. Ob das alles da oben hinter dem Mond auch wirklich so ablief, wie es ablaufen sollte, konnte man in Mission Control nur hoffen.

Bei 76h15m39s Missionzeit stellte Houston Wiederaufnahme des Funksignals fest. 9 Sekunden später meldete sich Houston bei Apollo 11: "This is Houston. Könnt ihr uns hören? Over." Weitere 11 Sekunden später meldete sich die Crew mit denkbar knappen Worten zurück: "Houston, Apollo 11. Over."

Das Raumschiff befand sich jetzt auf einem stationären, aber stark elliptischen Orbit, höchster Bahnpunkt 314 km über der Mondoberfläche, tiefster Bahnpunkt bei 114 km. Bei Beginn der dritten Umrundung des Mondes, wieder auf der Rückseite, wurde das Triebwerk noch einmal, diesmal nur für ein paar Sekunden, gezündet, um den Orbit in einen kreisförmigen zu verwandeln, ihn also, wie die Techniker das nennen, zu zirkularisieren.

In den folgenden Stunden gab es die 5. TV-Liveübertragung, ansonsten verbrachte die Crew die Zeit im Wesentlichen mit Systemchecks, bis die Astronauten schließlich eine mehrstündige Schlafpause einlegten, um am nächsten Tag für die entscheidenden Phasen der Mission - Landung und Ausstieg - ausgeruht zu sein.

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